Aktionstage 2014


20. – 28. November 2014

Aktionstage „Sucht hat immer eine Geschichte“

Im Aktionszeitraum finden in Stadt und Kreis Düren über 70 Veranstaltungen zu den Themen Sucht und Suchtvorbeugung statt. Mit 50 Kooperationspartnern aus den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales konnte ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt werden. Dieses reicht von Projekten und Elternnachmittagen in Kindertageseinrichtungen über diverse Fachvorträge und Fortbildungen bis hin zu themenspezifischen Kulturveranstaltungen.

Die Aktionstage im Rahmen der Landeskampagne „Sucht hat immer eine Geschichte“ werden in Düren zum vierten Mal in dieser Form durchgeführt und richten sich an Menschen aller Altersstufen.


Eröffnungsveranstaltung

Die offizielle Eröffnung der Aktionstage erfolgte am 21.11.2014 in der Endart-Kulturfabrik mit Musik und Fachvortrag. 30 Schülerinnen und Schüler des Burgau-Gymnasiums stellten dem Publikum unter Leitung von Regina Unger zwei eigens komponierte HipHop Songs zum Thema Suchtvorbeugung vor. Die HipHop Songs waren das Ergebnis eines zuvor durchgeführten HipHop-Workshops im Rahmen der Landeskampagne „Sucht hat immer eine Geschichte“. Im Anschluss erfolgte ein Fachvortrag von Dr. Hans-Jürgen Hallmann, ginko Stiftung für Prävention, mit dem Thema „Jugendliche Lebenswelten – eine Herausforderung für die Prävention“.

   














   
      


Theateraufführungen

Wie moderne Medien die Beziehungen unter Menschen verändern – darum ging es in zwei Theaterstücken, die in der Aula des Stiftischen Gymnasium sowie im „Haus für Alle“ im Rahmen der Aktionstage „Sucht hat immer eine Geschichte“ aufgeführt wurden.
Für die heutige Jugendgeneration ist das Smartphone ständiger Begleiter. 72 % der 12 – 18-Jährigen besitzen laut aktueller JIM-Studie ein eigenes Smartphone. Tendenz steigend. Längst haben Bildschirme die Brettspiele ersetzt. Doch was passiert, wenn Joystick und Maus unser Leben beherrschen? Wenn Freunde nur noch „online“ existieren und wenn die Grenzen zwischen Realität und Computerspiel verwischen?
Das Ein-Mann-Animations-Theater Hein Knack sowie das neue Theaterstück „Philotes – Spiel um Freundschaft“ von Beate Albrecht vom Wittener Jugendtheater gingen dem Umgang mit Computerspielen und den gar nicht mehr allzu neuen Medien auf den Grund. Im Zentrum von „Philotes“ stehen die beiden Figuren Benny und Tom. Beide besuchen die gleiche Schulklasse, sind beste Freunde. Ihre familiären Sorgen und schulischen Nöte besprechen die beiden Jungen regelmäßig beim Tischtennis-Training. Solange zumindest, bis sie das fiktive Online-Rollenspiel „Philotes“ entdecken. Beim Zocken sitzt jeder allein in seinem Zimmer, gesprochen wird nur über Headsets. Und Benny verliert sich immer mehr in der digitalen Welt. Die Konflikte mit der Mutter nehmen zu und die schulischen Leistungen nehmen ab. Selbst auf die Warnungen der neuen Mitschülerin Lara, die sich in ihn verliebt, will Benny nicht hören. Das stellt die Beziehung der Freunde gewaltig auf die Probe, bis diese gar zerbricht.
Im Verlauf der 60 minütigen Vorführung bezog das Ensemble die Schülerinnen und Schüler immer wieder mit ein und diskutierte zwischen den Szenen mit den Schauspielern. Hierbei zeigte sich die Aktualität des Themas und die exakte Darstellung vieler jugendlicher Lebenswelten ebenso, wie in der nachträglichen Abschlussdiskussion.
Die insgesamt 240 Schülerinnen und Schüler des Stiftischen Gymnsiums, der Realschule Bretzelnweg sowie der Hauptschule Birkesdorf sahen zwei gelungene und unterhaltsame Veranstaltungen, die zum Nachdenken anregten und Alternativen anboten. Denn, so die abschließende Bilanz von Benny nach der Abschlussdiskussion: „Das Leben ist ein viel besseres Spiel“.


Benny und Tom: Philotes - Spiel um Freundschaft



Gefangen im Netz – Im Sog moderner Medien

In einem lebendigen, kurzweiligen Vortrag schilderte Referent Kai Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter für Forschung & Diagnostik der Grüsser Sinopoli-Ambulanz für Spielsucht der Uniklinik Mainz, die onlinebasierte Lebenswelt Jugendlicher. So gibt es kaum noch Jugendliche, die nicht regelmäßig online sind. 45% aller Jugendlichen nutzen das Internet täglich oder mehrmals täglich. Dabei sind Computerspiele fester Bestandteil ihres Verhaltensrepertoires. Neben Kriterien für süchtiges Mediennutzungsverhalten wurden Risiko- und Schutzfaktoren ebenso erläutert, wie die Notwendigkeit von Grenz- und Gebrauchsregeln als protektiver Faktor gegen Computerspielsucht und notwendiger Bestandteil für die Entwicklung von Medienkompetenz.



Vortrag Dipl. Psych. Kai Müller (download)






Konzept

Seit 1991 führt Nordrhein-Westfalen eine landesweite Kampagne unter dem Leitsatz „Sucht hat immer eine Geschichte“ durch.  Das Konzept zur Landeskampagne wurde in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, der Landeskoordinierungsstelle Suchtvorbeugung NRW (GINKO), Prophylaxefachkräften des Landes NRW sowie der Werbeagentur Hansen entwickelt.

Bisherige Bilanz: mehr als 200 Aktionswochen seit 1991

Der Leitsatz der Kampagne „Sucht hat immer eine Geschichte“ verdeutlicht die ursachenorientierte Ausrichtung der suchtpräventiven Aktivitäten des Landes NRW. Das heißt Suchtprävention basiert vorrangig auf der Förderung von Life skills sowie dem Aufzeigen alternativer Verhaltensweisen. Neben dieser Ursachenorientierung soll die Kampagne außerdem transportieren, dass nicht jeder, der Drogen nimmt süchtig ist, dass nicht jeder, der süchtig ist, Drogen nimmt und dass nicht jede Droge illegal ist.

Die Zielsetzung der Kampagne sind:

 1. Sensibilisierung der Gesamtbevölkerung für die tieferen Ursachen von Sucht und Abhängigkeit

Im Vordergrund stehen hier nicht die suchtauslösenden Substanzen (legale wie illegale), sondern das Phänomen der Sucht in seiner psychosozialen Verursachung. Sucht wird dabei als eine Folge von Fehlentwicklungen angesehen, die schon in der Kindheit ihren Ursprung haben. Dazu zählen die Nichtbefriedigung emotionaler Grundbedürfnisse wie Verständnis, Zuneigung, Nähe und Vertrauen.

 2. Förderung von Persönlichkeitswerten, die dem Missbrauch und der Abhängigkeit entgegenwirken

Hierbei kommt der Förderung von Lebenskompetenzen eine bedeutsame Rolle zu. Besonders hervorzuheben sind dabei Konflikt- und Problemlösefertigkeiten, kommunikative Fähigkeiten sowie die Fähigkeit, kritisch und selbstverantwortlich mit Konsumangeboten umzugehen.

 3. Intensivierung der suchtvorbeugenden Arbeit in den Städten und Kreisen in NRW

Im Mittelpunkt steht dabei die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Prophylaxefachkräften in den Beratungsstellen sowie anderen örtlichen Institutionen und Verbänden wie z.B. Kommissariaten, Jugendämtern, Gesundheitsämtern, Schulen, Trägern der freien Wohlfahrtspflege und Krankenkassen. Ziel ist es, suchtpräventive Maßnahmen auf lokaler Ebene besser abzustimmen und zu einer gemeinsamen Vorgehensweise zu gelangen.

Die Kampagne soll ... 

  • die Öffentlichkeit für suchtpräventive Themen sensibilisieren
  • zu einem besseren Suchtverständnis in der Bevölkerung beitragen
  • das ursachenorientierte Präventionsverständnis transparent machen
  • die öffentliche Diskussion anregen und die Auseinandersetzung mit dem Thema fördern
  • die Vernetzung in den Regionen vor Ort fördern

  

Da Suchtvorbeugung eine vielschichtige Aufgabe ist, die die gesamte Bevölkerung und alle Altersstufen als Zielgruppen hat, können sich Veranstaltungen an Menschen jeglicher Altersstufe richten.  Demgemäß lautete unser Arbeitstitel aus dem Jahr 2007 „Suchtvorbeugung kennt kein Alter“.

 

Zielgruppen im Rahmen der Aktionstage sind:

 • Kinder, Jugendliche und Erwachsene

 • Eltern

 • ErzieherInnen

 • LehrerInnen

 • Gesamtbevölkerung 

Programm Aktionstage 2014

© Sozialpädagogisches Zentrum Düren

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