Öffentlichkeitsarbeit



Rückblick Aktionstag 2015:

Radio- und Pressebeitrag zum Thema Onlineglücksspiel:

Zum Thema: Onlineglücksspiel oder Online-Sportwetten sind weiterhin illegal. Allerdings gibt es eine Art „Duldung“ der verschiedenen Anbieter auf Grund einer Entscheidung, Lizenzen zu vergeben. Seit 2012 hat dieser Bereich einen rasanten Zuwachs erfahren. Das Onlineglücksspiel (Internet-Casino) unterscheidet sich vom Automatenspiel in der Spielhalle oder dem Casinospiel vor allem durch seine nahezu uneingeschränkte Verfügbarkeit. Zu Hause vor dem Computer oder unterwegs auf dem smartphone - das Onlineglücksspiel ist de facto immer verfügbar. Immer mehr Menschen nutzen das Internet rund um die Uhr. Onlineglücksspiel stellt vor allem für Menschen, die in ihrer Freizeitgestaltung und in sozialen Kontakten durch Schichtdienst, Erwerbslosigkeit o.ä. eingeschränkt sind eine große Versuchung dar. Es bedarf keinerlei Aufwand, dem Glücksspiel nachzugehen - leichter Zugang und nur geringe soziale Kontrolle verbunden mit reißerischen Gewinnversprechen können eine rasante Zunahme der Spielaktivitäten bewirken. Kaum Einschränkungen und Reglementierungen unterworfen können Menschen in nur wenigen Monaten große Summen verspielen, sich und ihre Familie finanziell ruinieren oder strafbare Handlungen begehen.

Als Suchtexperten wissen wir, dass neben den individuellen Risikofaktoren die Verfügbarkeit des „Suchtmittels“ und die Möglichkeit, lange heimlich und von den engsten Vertrauten unentdeckt zu konsumieren bzw. zu spielen, die Entwicklung eines süchtigen (Glücksspiel)verhaltens begünstigen. Beim Onlineglücksspiel ist dies deutlich mehr gegeben als beim klassischen Automaten- und Casinospiel.

Leider erwarten wir in den nächsten Jahren eine weitere Zunahme von glücksspielsüchtigen Menschen. Die EU hat im Juli 2014 eine Empfehlung an die Mitgliedsländer zum verbesserten Schutz der Spieler beim Onlineglücksspiel formuliert, allerdings ist dies eine Empfehlung, noch ohne jegliche rechtliche Bedeutung. Es bleibt abzuwarten, in wieweit ein verbesserter Spielerschutz tatsächlich umgesetzt wird.

Unseren Radiobeitrag zum Thema finden Sie hier

 
WDR Lokalzeitbeitrag vom April 2012

Das Internet erhöht die Spielsucht-Gefahr

Sozialpädagogisches Zentrum des Caritasverbandes beteiligt sich am NRW-weiten Aktionstag. Aufklärung und Diskussion.

Düren

In den Spielhallen und Kneipen, wo sie am Spielautomaten sitzen oder stehen, wirken sie, die Spieler, oft gelöst, manchmal angespannt. Viele Bürger, besonders viele Jugendliche, vermuten dahinter Abenteuer. Doch wie drückte es ein Spielsüchtiger in einer Diskussionsrunde aus? „Im Alltag aber sieht das Schicksal des Durchschnittsspielers oft weniger schillernd, sondern grau und ernüchternd aus“, beschrieb er seine Situation und die viele anderer Spielsüchtiger.

In NRW beteiligten sich deshalb jetzt alle 23 Suchtberatungsstellen unter dem Motto „Mache das Spiel nicht länger mit!“ am „Aktionstag Glücksspielsucht“. In Düren war das Sozialpädagogische Zentrum (SPZ) des Caritasverbandes Düren-Jülich im Einsatz. Im Bürgerbüro der Stadt konnten sich Interessierte mit Broschüren und Flyern eindecken, die Informationen zu allen Bereichen der Glücksspielsucht enthielten.

Welche Ziele verfolgen die Suchtberater mit den Aktionen? Vornehmlich geht es um Aufklärung. Was sind die Ursachen für die Spielsucht? Wie können der Betroffene und seine Mitmenschen die ersten Warnzeichen feststellen? Wilfried Pallenberg, Leiter der Drogenberatung, möchte mit seinen Mitarbeitern die Menschen für das Thema Glücksspiel sensibilisieren, zumal Glücksspielsucht im Vergleich zu anderen Süchten in der Bevölkerung kaum wahrgenommen wird. „Doch die Folgen der Glücksspielsucht sind mindestens genau so zerstörerisch wie andere Süchte“, gab Inge Hallmanns, stellvertretende Leiterin des Sozialpädagogischen Zentrums, zu bedenken. Denn der Betroffene gerate zunehmend in eine hohe Verschuldung, die seine Familie, seine Freunde und Bekannten mit in den Schuldensog zieht.

300 Spielautomaten in Düren

Allein in Düren stehen zurzeit 300 Spielautomaten, an denen jährlich mehr als 4,6 Millionen Euro verspielt werden. In den letzten Jahren, so berichteten Manfred Böhm und Marion Grahs, beide Mitarbeiter des Sozialpädagogischen Zentrums, kämen immer mehr Menschen dazu, die im Internet zu Glücksspielern werden. Am Abend vor dem Aktionstag hatten Betroffene und ihre Angehörigen im Sozialpädagogischen Zentrum ein gutes und offenes Gespräch über Glücksspielsucht, seine Ursachen und seine Folgen geführt.

 Kontakt zur Beratungsstelle

Für Fragen stehen die Mitarbeiter der Beratungsstelle zur Verfügung, 02421/10001; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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